Im letzten Monat war ich ständig unterwegs. Ich durchquerte Brasilien, besuchte 10 Städte und sprach mit Hunderten von auf den Hoch- und Luxusimmobilienmarkt spezialisierten Maklern. Bei jedem Gespräch, jeder Präsentation und Schulung tauchte eine Frage auf – direkt oder zwischen den Zeilen:
„Wie stellt man sicher, nicht durch künstliche Intelligenz ersetzt zu werden?“
Diese Frage entsteht nicht aus Angst. Sie entsteht aus Bewusstsein. Dem Bewusstsein, dass sich der Markt schnell weiterentwickelt. Hochentwickelte Plattformen, CRM-Systeme mit modernster Automatisierung, personalisierte Chatbots, Predictive Analytics ... all das gehört bereits zu unserem Alltag. Und es wird sich noch weiterentwickeln.
Doch was mich auf dieser Reise am meisten beeindruckte, war die Erkenntnis, dass keine Technologie – so fortschrittlich sie auch sein mag – die menschliche Sensibilität replizieren kann, die dieses Segment verlangt.
Im High-End-Markt verkaufen wir nicht nur Immobilien. Wir verkaufen Privatsphäre, Lifestyle, Vermächtnis. Jeder Kunde bringt einen emotionalen Kontext, einen hohen Anspruch und eine Erwartungshaltung mit, die über eine rein technische Leistung weit hinausgeht.
Künstliche Intelligenz kann Häuser anhand von Profilen und Daten vorschlagen.
Aber sie erkennt nicht das Leuchten in den Augen, wenn ein Kunde einen imposanten Empfangsbereich betritt.
Sie versteht nicht, was es für eine Familie bedeutet, das ideale Zuhause zu finden – mit diskretem Komfort und Eleganz – all das, was sie im Leben aufgebaut hat.
Im High-End-Bereich ist der Wert des Maklers mehr als in jedem anderen Segment seine Fähigkeit, Vertrauen aufzubauen, Nuancen zu verstehen und unsichtbare Wünsche zu übersetzen.
Deshalb ist die große Antwort, die ich beim Zuhören so vieler brillanter Fachleute im vergangenen Monat erhalten habe, einfach und tiefgründig:
KI kann Aufgaben ersetzen. Aber nicht Präsenz. Nicht Intuition. Nicht Feingefühl.
Der Makler, der im High-End-Bereich unabkömmlich bleibt, ist derjenige, der versteht, was auf dem Spiel steht – der Exzellenz liefert, ohne das Zuhören zu verlieren, der Daten beherrscht, ohne den Blickkontakt aufzugeben, der mit der Technologie mitwächst, ohne die menschliche Note zu verlieren.
Ich beende diese Brasilien-Tour mit der Gewissheit, dass die Zukunft unseres Berufsstands nicht denen gehören wird, die Angst vor KI haben.
Sondern denen, die KI als Werkzeug nutzen – und emotionale Intelligenz als Wettbewerbsvorteil.
Denn im Luxusimmobilienmarkt ist Beziehung das Produkt.
Und Menschlichkeit bleibt unersetzlich.
